Chronik der Pfarrkirche von Wiltz
1728-1995

- 1728-1729: Erbauung einer "bürgerlichen Kapelle" in Wiltz, das damals zur Pfarrei Niederwiltz u. zur Diözese Lüttich gehörte.
- 1730: 1te Glocke (150 Pfund schwer mit d. Inschrift: Patroni ecclesiae: Petrus v. Meyland/ P.s. Walburgis) gegossen in Köln, wird im Volksmund "d'Feierkläckelchen" genannt .Die Konsekrationsurkunde nennt allerdings nicht Walburgis, sondern Fereolus als Nebenpatron, Petrus v. Mailand als Hauptpatron. J.B. Scheer, der 1. Pfarrer von Wiltz (1867-1871), ein großer Freund der Dominikaner, ließ die alte Statue des Petrus v. Mailand durch eine neue, polychromierte (1,30m) ersetzen. Er kaufte sie in München (400F). Der Heilige ist Helfer bei Fallsucht, während St. Fereolus, Märtyrerpriester aus Besançon, bei Rheumaleiden angerufen wird. Das Glöckchen von 1733 bleibt Zeuge der Walpurgisverehrung in der Bürgerkapelle. Nur die Pfarrfahne der Frauen und eine Statue in der Taufkapelle halten die Erinnerung lebendig.
- 1735 Stiftung des Bildnisses der Schmerzensmutter
- 1740 hinterließ Pierre Dominicy sein Vermögen der Bürgerkapelle zwecks Anschaffung eines neuen Altares und einer Kanzel.
- 1743 Aufstellung des Baldachinaltares, Werk des Bildhauers Nicolas Jacques aus Wiltz. Die Arbeiten der Brüder Jacques kennzeichnen sich durch die formenreichen Ornamente , insbesondere durch die durchbrochenen Holzarbeiten an den Simsen. Die Engeldarstellungen stammen oft von Johann Georg Scholtus, der diese Figuren für andere Bildhauerateliers fertigte. Das Chronogramm in der Widmung ergibt das Datum 1743 " Gott und der Gottesgebärerin haben ergebene Diener den Altar errichtet.
- 1864 auf Privatinitiative der Bevölkerung wurde die Kapelle vergrößert, 4 Fenster im Längsschiff, der Chor im Norden und der Turm im Süden .
- 1865 wurde die Steinstatue der Immaculata des Viandener Bildhauers Michel Deutsch am Turm angebracht (Nr 21). um 1781 wurde der Herz-Jesu Seitenaltar aufgestellt.
- 1868 Anschaffung der 1. Orgel: Orgelbauer war Joseph Muller aus Reifferscheid; das Orgelgehäuse stammte vom Schreinermeister Georg Peffer aus Wiltz.
- 1895 Konsekrierung der vergrößerten Pfarrkirche durch Bischof Mgr Koppes. Reliquien des hl. Blasius und der hl. Redempta wurden in den Altartisch gelegt.
- 1910 Installierung der elektrischen Beleuchtung.
- 1936 Neugestaltung des Innenraumes, dabei wurden die Fresken und Säulenkapitelle zerstört.
- 1937 Anschaffung des Glockenspieles.
- 1944/45 Ardenner Offensive: ein Volltreffer zerstört einen beträchtlichen Teil des Daches. Das eingestürzte Gebälk beschädigte die Kirchenmöbel, insbesondere die wertvolle Kanzel und einen Seitenaltar.
- 1950 der Plan zur Vergrößerung der Pfarrkirche wurde genehmigt; der neu erworbene Grund lag tiefer und eignete sich zum Bau einer Krypta unter dem Chor der Kirche. Kauf der 3. Orgel von der Firma Haupt aus Lintgen. Die restaurierte und vergrößerte Pfarrkirche von Wiltz sollte ein Denkmal sein zu Ehren des hl. Sebastian. Eine Steinstatue ziert die Giebelseite des Chores. Die neuen Chorfenster von Camille Croat sollten zugleich die Größe des Heiligen und seine Verbundenheit mit Wiltz darstellen. Das linke Fenster stellt in 4 Bildern (Nr. 20) das Leben des Heiligen dar, das rechte zeigt in 3 Bildern (Nr. 19) sein Wirken. Das untere zeigt den hl. Sebastian als Wundertäter bei Kranken; das mittlere zeigt ihn als Retter im Krieg: schützend hält er seine Hand über das wiltzer Schloss. Text: Nach den Stürmen des Krieges gabst Du den Frieden am 20. Januar 1945.
- Installation des Kreuzweges von Guillaume Schmitz.
- 1954 im Marianischen Jahr, wird Maria, die Trösterin de Betrübten zur Hauptpatronin der Pfarrkirche Notre-Dame erklärt.
- 1983-1994 durch den steten Einsatz des Abbé Pündel wurde die wiltzer Pfarrkirche zu einem wahrhaft sakralen Raum.
- 1984 das Ewige Licht wurde als Hängelampe an der ersten Rundsäule angebracht. Der Altartisch für die Pieta wurde restauriert und in die Mitte der rechten Seitenwand gestellt, überragt vom alten Missionskreuz.
- Installation von 2 kunstvollen Kandelabern im Chor u. Hängelüster im Hauptschiff.
- 1986 Anschaffung einer Holzstatue des hl. Joseph (Südtirol), für den rechten Seitenaltar.
- 1987 erhielt die prachtvolle Kanzel eine gediegene Polychromie, ausgeführt von den wiltzer Kunstmalern Jean u. Edouard Oestreicher .
- 1987 wurden die drei die im Jahre 1925 von den Franziskanerinnen in Wiltz gestickten Antependien restauriert und am Emporengeländer angebracht.
- 1989 erhielt der Hochaltar seine ursprüngliche, im Antiquitätenhandel wiedergefundene Madonnen- Statue zurück; die Consolatrix wurde auf den linken Seitenaltar aufgestellt.
- 1990 wurde die Kommunionbank von Them Altmann aus Reckingen/Mersch restauriert und an ihrem früheren Platz aufgestellt.
- 1991 führten Jean u. Edouard Oestreicher die Polychromie des Hauptaltars aus. Durch eine gekonnte Auswahl der Farbtöne kommen die skulpturalen Feinheiten voll zur Geltung.
- Neugestaltung der früheren Taufkapelle.
- 1993 Restaurierung des Glockenspiels.
- 1995 Restaurierung der Orgel.
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