Windmühle der Rotgerber Hobscheid und Servais
Die Windmühle gehört zum Bautypus der Holländermühle, bei der der Unterbau ganz aus Stein oder Ziegeln gebaut war, die drehbare, bewegliche Dachkappe trug die Flügel.
Am 16. Juni 1777 einigten sich Petrus Meyer, Pfarrer von Alsdorf, der früher Schloß- und Spitalkaplan in Wiltz gewesen war und später Pfarrer von Wiltz wurde, im Namen von Théodore François de Paule de Custine, Graf von Wiltz, mit Nicolas Hobscheid (1741-1798) und Michel Servais (1748-1797), „beyde Bürger und Rothgärber“ zu Wiltz, über die Modalitäten zur Errichtung einer Windmühle in Niederwiltz.Die beiden Antragsteller durften „eine Windmühle anderer Seyten Niderwiltz unter den Garten längst dem Nörtringerphad gelegen“ erbauen.
Der aus Bruchsteinen gebaute Rumpf hat einen Bodendurchmesser von 10,50 m. Der Innenraum war in Stockwerke eingeteilt. Die Mühle wurde nur kurze Zeit als Lohmühle benutzt. Sie wurde bereits 1824 verkauft. Im damaligen Kataster war sie als Wollspinnerei resp. als landwirtschaftliches Gebäude eingetragen. 1874 wurde sie von einem Blitzstrahl getroffen und brannte völlig aus. 1959 und 1988 wurde die Windmühle ohne Flügel restauriert. Man setzte Fenstersteine ein und verschloss Mauerlücken. Der Rundbau bekam ein 12seitiges Pyramidendach. Das Gebäude ist in Privatbesitz und dient zum Einscheuern der Feldfrüchte
Emile Erpelding, - Die Ehemaligen Mühlenindustrie von Niederwiltz, in Livre d’Or, Harmonie Grand-Ducal Municipal Wiltz 1794-1994, Imprimerie Saint-Paul S.A. Luxembourg 1994, S. 377- 451
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