Ruinen « Sanatorium » Kaul

| Jean Léopold Isidore RICHARD |
* 11.Mai 1832 in Clerf + 30. Januar 1918 Niederwiltz |
| °° Marie Charlotte Servais |
* Juli 1838 + 6. November 1888 |
Leopold Richard, Verwaltungsratmitglied der luxemburgischen Hochofengesellschaft zu Esch, Präsident des Wiltzer Komitees für den Bau der Eisenbahn, vor allem aber großer Philanthrop, der sich um die Armen von Wiltz und Clerf sorgte, bedeutende Schenkungen machte zugunsten der Liga gegen den Alkoholismus, für den Bau eines Sanatoriums in Wiltz für Tuberkulosenkranke und den Erwerb einer Radiumparzelle für die Behandlung der armen Kranken. Seine Ehefrau, Marie Charlotte Servais, gewährte dem Wiltzer Hospiz größere Summen.
Am 26. November 1911 fand eine Versammlung des Vorstandes der Liga gegen die Tuberkulose unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Dr Feltgen in Wiltz statt. Dr Feltgen bedankte sich bei Leopold Richard für die hochedle Spende, sofern es nur irgendwie möglich gemacht werden könnte, sollte das Sanatorium, dem Wunsch Richards entsprechend, in Wiltz gebaut werden. 1912 einigte man sich auf den Ort „Kaul“, einen Kilometer Luftlinie nördlich von Niederwiltz gelegen. Analysen der Luft und der Witterungsverhältnisse waren ausschlaggebend für die Wahl. 1912 und 1913 wurden die ersten Landankäufe getätigt. Die Familie Simon und Mertens schenkten der Liga mehrere ha Land. Im Februar 1913 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben für die Pläne des zu erbauenden Objektes. Die Hauptfassade des Sanatoriums mit einem kreisförmigen Vorplatz sollte nach Süden gerichtet sein. Die Pförtnerwohnung käme in die Nähe der „Sandkaul“, daneben die Villa des Arztes und des Anstaltsdirektors. Am 17. September 1913 entschied sich die Jury für das Projekt J. Warken. Mit der Bauüberwachung wurde der Architekt Conrardy aus Bartringen betraut. Das Sanatorium sollte den Namen „Sanatorium Leopold Richad“ tragen. Am 14. Juni 1914 wurde erstmals im ganzen Lande zu Gunsten der Liga « Edelweißblümchen“ verkauft. Der Erlös sollte zum Bau des Sanatoriums Verwendung finden. Die Stadt Wiltz versicherte allen Gegnern, dass das Wasserproblem gelöst sei. Die Gemeinde hätte um den Ankauf einer Quelle bei Benonchamps angesucht und die Verhandlungen ein günstiges Resultat versprachen. Im August 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Die Generalversammlung der Liga im März 1915 verkündete, dass die Landankäufe (64 ha) abgeschlossen seien, bedauerten aber, dass die Verhandlungen über den Quellenankauf, nach Kriegsausbruch, gescheitert wären und man sich nun das nötige Wasser anderenorts beschaffen müsste. 1916 wurde die Firma Giorgetti mit den Aushubarbeiten betraut. Im September 1918 wurden die Fundamentsarbeiten ausgeschrieben. Die Firma Rauwald aus Saarbrücken bekam den Zuschlag. Im Frühling 1919 wurde mit den Arbeiten begonnen. Leopold Richard erlebte den ersten Spatenstich nicht mehr, er starb am 30. Januar 1918.
1920 kamen die Arbeiten ins Stocken. 1921 öffnete das Sanatorium für Lungenkranke in Düdlingen, 1924 wurde mit den Arbeiten des Sanatoriums in Vianden begonnen. In Wiltz kamen berechtigte Zweifel am Gelingen des Projektes auf.
1930 sprach sich die Kammerkommission für den Bau eines Kinderheimes in der „Kaul“ aus. Im August 1935 reichte Jean Jacoby eine Studie zur Errichtung eines „Établissement d’Éducation de l’État à Wiltz“ ein. Es dauerte lange bis der Wiltzer Gemeinderat erkannte, dass auch diese Ersatzprojekte im Sande verlaufen sollten. 1955 gewährte die Abgeordnetenkammer ein allerletztes mal Mittel für das Wiltzer Projekt.
Quellen:
- J.B.L.Richard « Notice généalogiques et biographiques sur la famille Richard de Clervaux et ses parentés » , archives Villa Simon Wiltz
- Léopold Richard (Isidore Léopold Richard), Ce qui est écrit sur lui et son épouse, Jos Eschette, archives Villa Simon Wiltz.
- Aus Wiltz und Umgebung, Das « Leopold-Richard-Sanatorium“ in Wiltz, Luxemburger Wort 21.02.1981, eFeS (Franz Schloesser Wiltz), archives Villa Simon Wiltz
- Jean, Léopold, Isidore Richard, (1832-1918), sein Werk und die Kaul, Will Schumacher, Wéltzer Leggt Wéltzer Geschichten, S. 335-344, Editions Schortgen, Esch-sur-Alzette 1993, ISBN: 2-87953-011-3
- Jean Jacoby, Etude sur la création d’un établissement d’éducation de l’état ä Wiltz-Bas, août 1935, archives Villa Simon Wiltz.
Um die geschichtlichen Überreste des Sanatoriums aufzuwerten, entwart die Künstlerin Edmée Marth im Jahre 2006 drei Werke mit den Untertiteln « Einblicke », „Durchblicke » und „Ausblicke“ sowie ein dazugehörendes Schriftstück.
Spirituelle Reise - Weg zur Heilung und zum Frieden
Trotz Unzufriedenheit und Ängsten, die bei den meisten Menschen überwiegen, verfolgen wir jetzt und künftig immer das eine Ziel:
Einheit, Glück und Frieden.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind einige Veränderungen erforderlich:
- Wir müssen die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen,
- unser inneres Wesen heilen,
- einen ausgewogenen individuellen Wert schaffen,
- falsche Vorstellungen aufgeben,
- mehr sein als haben,
- mehr geben als nehmen, denn es wäre ein tragischer Fehler, auf der Suche nach Glück und Frieden gegenüber dem Leid anderer gleichgültig zu sein.
Wir alle sind miteinander verbunden und voneinander abhängig. Wir alle gehören zu derselben großen Familie und befinden uns alle auf derselben Reise.
Die Einheit besteht im Herzen und drückt sich in einem Gefühl aus: Liebe.
Auch der Frieden muss von Herzen kommen. Er ergibt sich aus Brüderlichkeit, Achtung und daraus, Andersartigkeit anzunehmen.
Liebe und Mitgefühl scheinen die Antwort auf alle unsere Probleme zu sein.
Wenn wir Tag für Tag ein göttliches Licht an alle düsteren Orte der Erde entsenden, werden wir Heilung bewirken und es wird uns gelingen, die Erde zu einem außergewöhnlichen Raum zu machen, in dem FRIEDEN herrscht.
Edmée Marth
2006
Das Kunstprojekt gehört zu einer Etappe der „Europäischen Skulpturenstrasse des Friedens“ und trägt den Titel „Spirituelle Reisen“ – Weg der Heilung und des Friedens.
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